FAQ's für Mentoren

Allgemeines:

Warum Mentoring?

Die Biographien von großen Persönlichkeiten zeigen fast immer, dass ein Mentor eine wirkungsvolle Kraft in ihrem Leben war. Einen Mentor zu haben, welcher einen in prägenden Phasen des Lebens, die von viel Neuem begleitet sind, ein wenig an die Hand nimmt und zeigt, wie gewisse Aspekte des Lebens funktionieren, ist etwas unglaublich Bereicherndes. So kann ein Mentor ein entscheidender Faktor sein, wenn es darum geht, die eigene Leistung, Position oder Karriere zu verbessern.


Wodurch hilft ein Mentor?

Ein Mentor verfügt oft über Erfahrung, die über die des Mentees hinausgeht, und kann daher bei der Lösung von Problemen helfen, potenzielle Fehler erkennen, die Denkweise der Mentees herausfordern und als Resonanzboden fungieren, Anleitung, Unterstützung, Feedback und eine unparteiische Perspektive bieten. Gerade Letztere ist sehr wertvoll, jedoch oft schwierig von Familie, engen Freunden oder Arbeitskollegen zu bekommen. Ein Mentor teilt seine eigenen Erfahrungen, Erkenntnisse, Fehler, Kenntnisse und Weisheiten mit, die dem Mentee auf seiner Reise helfen und kostspielige Fehler vermeiden können. Nur ein einziger fundierter Rat kann für einen Mentee oft ein Katalysator für Veränderungen sein.


Was sind Merkmale eines idealen Mentors?

Folgende Merkmale von Mentoren stellen quasi eine Maximalforderung dar und sind sehr anspruchsvoll und umfassend. Supermänner und -frauen, die alle Anforderungen stets erfüllen, wird es in der Praxis kaum geben und sie sind auch nicht immer hilfreich. Häufig machen gerade die kleinen Unzulänglichkeiten einen Menschen sympathisch und viel wichtiger als Perfektion ist für die Mentees das konstruktive Beispiel, wie mit kleinen Schwächen umgegangen werden kann. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf die Merkmale:

  • Lebens- und berufserfahrene Führungskraft
  • Wahrnehmbare Führungskompetenz
  • Hohe Toleranz gegenüber anderen Sichtweisen des Mentees
  • Einfühlungsvermögen in die Situation des Mentees
  • Vertrauensbildendes Verhalten, um auf gleicher Augenhöhe mit dem Mentee zu kommunizieren
  • Offen für eigene Lerneffekte
  • Verfügbare Zeit für Vorbereitung und Gestaltung der Mentoring-Sessions
  • Geeigneter Umgang mit Rollenvielfalt als Mentor

Welche Aufgabe habe ich als Mentor innerhalb des Tandems?

Beim Mentoring ist dein Know-how sowie dein Wille, dieses weiterzugeben, gefragt. Der Mentee profitiert durch deine Kompetenzen aus der akademischen oder beruflichen Praxis von wertvollem Wissen, das in keinem Buch steht und im Internet nicht zu finden ist. Du solltest beim Wissenstransfer jedoch auf die individuellen Interessen und Fähigkeiten deines Mentees eingehen.

Folgendes solltest du beachten/umsetzen:

  • Du bist dazu bereit, Wissen, Erfahrungen und Kontakte zu teilen.
  • Du gibst und nimmst Feedback.
  • Du bringst Freude an der Weitergabe von Wissen und Erfahrung mit und bist gewillt, andere in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
  • Du unterstützt bei der Definition, Planung und Umsetzung von Zielen.

Welche Aktivitäten kann ich meinem Mentee vorschlagen?

Meet Ups

Sich auf einen Kaffee zu treffen, spazieren zu gehen, gemeinsam zu kochen, das sind alles gute informelle Settings, welche einen angenehmen und guten Rahmen geben um sich auszutauschen. Wenn du den Mentee zum Essen einladen möchtest oder andere größere Dinge unternehmen willst, ist das natürlich auch möglich. Es soll aber weder für dich noch für den Mentee ein kostspieliges Unterfangen werden. Museumsbesuche, Ausstellungen oder Vorführungen sind nicht die Standard-Aktivitäten bei Meets Ups, können aber für bestimmte Situationen sehr gut passen.

Job Shadowing

Eine gute Möglichkeit, einen Einblick in die Praxis zu gewinnen, ist das Job Shadowing. Nimm deinen Mentee einfach einen Tag lang mit zur Arbeit. So kannst du Beispiele anschaulich aus erster Hand aufzeigen.

Veranstaltungsbesuch

Weiters ist es möglich, deinem Mentee anzubieten, dich auf dienstliche Veranstaltungen, Vorträge oder andere spannende Events zu begleiten. Hier bieten sich häufig hilfreiche Vernetzungsmöglichkeiten.


Was macht einen guten Mentor aus?

Jemand, der bereit ist, regelmäßig Zeit in die Mentoring-Beziehung zu investieren, Potenziale erkennt, Fragen stellt und eine positive Lebenseinstellung hat. Weiters ist ein guter Mentor bereit, über sein bestehendes Netzwerk Chancen oder Kontakte zu generieren. Wichtige Eigenschaften sind, Fehler oder Versäumnisse einzugestehen und eine Vielzahl von Themen zu diskutieren. Fast am wichtigsten ist es, ehrliches und konstruktives Feedback zu geben.

Die Fähigkeit, leicht eine Beziehung aufzubauen, Zuverlässigkeit, ein guter Zuhörer zu sein und Informationen und Wissen zu teilen, sind der Schlüssel zu gutem Mentoring.


Was sind Benefits für mich als Mentor?

Benefits für Mentoren:

  • Die Möglichkeit, die eigene Expertise zu teilen und weiterzugeben
  • Kennenlernen von fähigen Leuten und potentiellen Nachwuchskräften
  • Freude an der Sache und ein soziales Engagement, welches sich auch im Lebenslauf gut macht
  • Einblicke in die Denk-, Arbeits-, Studien- und Lebenswelt einer neuen Generation
  • Maßgeschneiderte Soft Skill MTS (Micro-Trainings-Sessions) während des Programmes
  • Investition in die Zukunft (mögliche Mitarbeiter oder Geschäftspartner)
  • Etwas zurückgeben und andere in den Sachen zu unterstützen, wo man sich selbst vielleicht Unterstützung gewünscht hätte
  • Steigerung der eigenen Führungs- und Coachingskompetenz
  • Stärkung der eigenen beruflichen Identität
  • Freundschaft mit anderen Mensa-Mitgliedern

Wie viel Zeit nimmt das Programm in Anspruch?

Eine ganz genaue Angabe hierzu ist nicht möglich, da der tatsächliche Zeitaufwand für das Mentoring-Programm ganz davon abhängt, wie sich die Dynamik in deinem Tandem entwickelt. Eine grobe Angabe ist jedoch schon möglich.

Du solltest Zeit für folgende Bestandteile des Programms einplanen:

  • Einführungs-Seminar: ca. 2h
  • Auftakt- und Abschlussveranstaltung: jeweils ein Abend
  • Peer-Group-Treffen aller Mentoren: ein Abend
  • Treffen innerhalb des Tandems: ca. 1-2 Stunden alle 2-4 Wochen
  • In vielen Fällen entsteht durch das Mentoring eine Freundschaft, die über die Dauer des Programms hinaus Bestand hat.

Wie lange dauert das Mentoring-Programm?

Das Mentoring-Programm dauert offiziell ein halbes Jahr. Aus der Erfahrung entwickeln sich aber viele Mentoring-Beziehungen zu einer Freundschaft und haben dadurch noch viel länger Bestand.


Wie finden die jeweiligen Veranstaltungen (nicht die Mentor-Mentee-Treffen) statt?

Wie genau die Veranstaltungen (also in Präsenz oder online) stattfinden werden, kann noch nicht gesagt werden.

Sich “in echt” zu treffen ist netter. Da sich das Mentoring-Programm jedoch auf ganz Österreich erstreckt, wäre es so für manche mit einigen Stunden Anreise verbunden. Daher wird es auf jeden Fall bei den Präsenz-Treffen die Möglichkeit geben, per Video-Call dabei zu sein.

Ob die Treffen zwischen Mentor und Mentee online oder in Präsenz stattfinden, können sich die beiden selbst ausmachen.


Ich interessiere mich dafür Mentor zu werden, bin jedoch aktuell im Ausland. Soll ich mich trotzdem bewerben?

Ja. Auch wenn es netter ist sich mit dem Mentee "in echt" zu treffen kann eine Mentoring Beziehung über Video-Calls und co. auch sehr hilfreich und wirkungsvoll sein.


Wie wird sichergestellt, dass die Beziehung zwischen Mentor und Mentee in einem sicheren und guten Rahmen bleibt?

Wir haben ein Safeguarding-Konzept sowie einen Code of Conduct.

Das Safeguarding gibt die Maßnahmen vor, um das Risiko von Verletzungen aller Art der Beteiligten und speziell der Mentees bestmöglich zu vermeiden. Im Code of Conduct ist der Rahmen für das angebrachte Verhalten abgesteckt.

Jeder Mentor muss mit uns einen Vertrag eingehen, in welchem er bestätigt, sich an das Safeguarding-Konzept sowie den Code of Conduct zu halten.


Kann ich mich auch mit über 30 als Mentor bewerben?

Ja. Das Mensa Youth Mentoring Programm ist für alle Mensa Mitglieder egal welches Alter sie haben.


 

Bewerbung:

Wie bewirbt man sich als Mentor?

Um Mentor zu werden, braucht es nur zwei Sachen:

  • Profilbogen Mentor - damit wir wissen, in welchem Bereich du Mentor sein willst.
  • Bewerbungsgespräch - wo wir dich kurz persönlich kennenlernen können.
  • Warum das alles? Uns ist die Qualität des Mentorings und besonders der persönliche Match zwischen Mentee und Mentor sehr wichtig. Um dies bestmöglich zu erreichen, sind diese drei Punkte notwendig.


Was muss ich erfüllen, um daran teilnehmen zu können?

Du musst nur Mensa-Mitglied und über 18 sein.


Kann ich gleichzeitig Mentor und Mentee sein?

Ja. Du kannst gleichzeitig Mentor und Mentee sein. Beachte, dass du dich dafür aber auch zweimal bewerben musst, und wenn sich Veranstaltungen überschneiden nicht bei denen für die Mentees dabei sein kannst.


Ist die Teilnahme kostenlos?

Ja! Die Ziele des Mentoring-Programms decken sich mit Zielen von Mensa:

  • Fördern menschlicher Intelligenz zum Nutzen der Menschheit
  • Eine stimulierende intellektuelle und soziale Umgebung für seine Mitglieder zu schaffen
  • Daher ist die Teilnahme an allen Aktivitäten des Mentoring-Programmes ist für Mensa-Mitglieder kostenlos.


Wie funktioniert der Bewerbungs- und Matching-Prozess?

Der erste Schritt ist die schriftliche Bewerbung mit dem Profilbogen. Dies ist dann die Grundlage für den ersten Teil des Matching-Prozesses. Das Matching zwischen Mentor und Mentee wird dann von den leitenden Personen des Mentoring-Programms vorgenommen. Dabei sind die wesentlichen Faktoren zunächst der fachliche Hintergrund sowie der gewünschte Fokus des Mentorings.

Wenn dann zwei gefunden wurden, geht es in die nächste Phase. In dieser gibt es dann jeweils einzeln das Bewerbungsgespräch. Wenn nach diesem persönlichen Kennenlernen die leitenden Personen des Mentoring-Programms das Gefühl haben, dass es auch menschlich zwischen Mentee und Mentor gut passen kann, bekommt zuerst der Mentee den Profilbogen des Mentors. Ist dieser damit einverstanden, bekommt noch der Mentor den des Mentees.

Wenn der Mentor auch ein gutes Gefühl hat, meldet er dies den leitenden Personen, welche dann beiden mitteilen, dass ihr Matching-Prozess erfolgreich abgeschlossen ist. Sollte einer der beiden nicht mit dem Vorschlag einverstanden sein, geht der Prozess weiter. Somit liegt das letzte Wort immer bei Mentee und Mentor.


Hast du Lust bekommen, Mentor zu werden?

Dann schreib uns eine Mail an mensayouth@mensa.at, in welcher du uns den Profilbogen Mentor als pdf schickst.


Du hast noch weiter Fragen, welche hier nicht beantwortet wurden?

Dann wende dich an Julius Geiger unter mensayouth@mensa.at.